Frauen am Bass: 16 inspirierende Bassistinnen, die du kennen musst

Warum spielen so wenige Frauen E-Bass?

Kleine Hände können es nicht sein – auch kleine Männer spielen Bass.

Es gibt durchaus berühmte Frauen, die Bass spielen.

In diesem Artikel stelle ich dir einige von ihnen vor – gib ihre Namen ruhig mal in YouTube ein.

Männer dominieren die Basswelt in Pop, Rock und Jazz eindeutig. Mark King, Lemmy, Marcus Miller, Jaco Pastorius, Paul McCartney … die Liste männlicher Kollegen ist lang.

 

Die der Frauen ist deutlich kürzer. Warum eigentlich? Auch Gitarristinnen oder Drummerinnen sind eher selten. Vielleicht liegt es daran, dass Pop, Rock und Jazz ein bestimmtes Image haben und Musik oft nicht als „richtiger Beruf“ gilt.

 

Vielleicht gehen Frauen auch überlegter an die Instrumentenwahl heran?

Gibt es diese innere Stimme: „Lass das mit Bass oder Schlagzeug, lern lieber Geige oder Saxophon“, während Männer denken: „Geil, das rockt“? Ich weiß es nicht.

 

In klassischen Orchestern sieht es anders aus: Viele Frauen spielen Geige oder andere klassische Instrumente, die man meist schon als Kind lernt. Die musikalische Laufbahn beginnt hier früh. E-Bass, E-Gitarre oder Schlagzeug lernen Kinder und Jugendliche meist erst im Teenageralter, etwa ab zwölf Jahren. Vielleicht ist das Hobby „Pop- und Rockmusik“ für Mädchen in diesem Alter einfach weniger interessant?

 

Ich unterrichte an einer Musikschule und sehe: Viele Kinder lernen Instrumente, aber eine Band zu gründen ist heute nicht mehr so angesagt. Handgemachte Musik und Instrumentalspiel sind durchaus beliebt, aber nicht mehr so sehr im Bandkontext.

In Berufsgruppen wie Lehrer und Erzieher ist das Instrument oft ein Werkzeug für den Job – hier greifen Frauen zur Gitarre, um Lieder zu begleiten, etwa im Kindergarten oder in der Grundschule, wo man gemeinsam singt. In den höheren Jahrgangsstufen hängt es oft vom Engagement einzelner Lehrkräfte oder der Schulleitung ab, ob Kinder und Jugendliche mit Rock-, Pop- oder Jazzmusik in Berührung kommen und so auch auf den E-Bass stoßen.

 

Zurück zu den Ladys am Bass. Hier meine Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber garantiert zeigt, dass es Frauen auch am Bass richtig draufhaben.

Meine Lieblingsfrauen am E-Bass

Lass dich von diesen groovigen Frauen inspirieren:

Carol Kaye (1935, USA)
Studiobassistin, die wohl die meisten Recording-Sessions gespielt hat, unter anderem für die Beach Boys, Simon & Garfunkel, Frank Sinatra, Frank Zappa und Nancy Sinatra. Sie wurde in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen, hat an unzähligen Aufnahmen mitgewirkt und zahlreiche Hits der 60er und 70er Jahre geprägt. Legendär ist ihr Video, in dem sie dem Bassisten von Kiss eine Bassstunde gibt. Sie hat auch eines der ersten Basslehrbücher geschrieben, nach dem viele bekannte Bassisten gelernt haben.

 

Suzi Quatro (1950, USA)
Eine Legende! „Stumblin’ In“ war als Remix gerade wieder ein Hit. Mit 152 cm der Beweis, dass Frau nicht groß sein muss, um Bass spielen zu können.

 

Tina Weymouth (1950, USA)
Bassistin bei den Talking Heads. Ich empfehle das Livealbum „Stop Making Sense“.

 

Gail Ann Dorsey (1962, USA)
Bassistin bei David Bowie, spielte außerdem bei Lenny Kravitz und Seal. Ich habe selbst einen Music Man Stingray und verbinde den Sound mit dieser Frau.

 

Yolanda Charles (1963, Großbritannien)
Bassistin für Paul Weller, The Verve und Robbie Williams. Für mich als Level-42-Fan besonders spannend: Sie spielte im Trio mit Mike Lindup, Keyboarder von Level 42.

 

Rhonda Smith (1963, Kanada)
Bassistin bei Prince und Jeff Beck. Beeindruckender Groove und ein Hingucker in Sachen Style!

 

D’arcy Wretzky (1968, USA)
Bassistin bei Smashing Pumpkins. Ein Beweis, dass Frauen richtig rocken können.

 

Meshell Ndegeocello (1968, USA)
Ich liebe ihren Slap-Sound, tonal wie vom Sound her.

 

Ida Nielsen (1975, Dänemark)
Auch der Norden kann Funk. Diese Frau kann slappen und hat es bis zu Prince geschafft.

 

Divinity Roxx (1976, USA)
Bassistin unter anderem für Beyoncé. Kann singen, Bass spielen und produzieren.

 

Esperanza Spalding (1984, USA)
Mein Anspieltipp, wenn du es mal etwas jazziger magst. Ihre Musik und ihr Bassspiel sind sehr facettenreich.

 

Tal Wilkenfeld (1986, Australien)
Ihre erste Solo-CD habe ich viel gehört. Inzwischen singt sie auch. Viral gegangen ist ihr Bass-Solo bei einem Konzert mit Jeff Beck – such das mal auf YouTube!

 

Nik West (1989, USA)
Bassistin für unter anderem Prince und Dave Stewart. Für mich die weibliche Antwort auf Bootsy Collins: Funk in den Fingern und coole Outfits.

 

Mohini Dey (1996, Indien)
Gehört zu den aktuell angesagten Bassistinnen in den sozialen Medien. Besonders gut gefiel mir ein Solo, das sie live mit ihrem Drummer gespielt hat, bei dem sie „Konakol“ machte, dieses rhythmische Sprechen.

 

Kinga Głyk (1997, Polen)
Mir ist Kinga Glyk das erste Mal aufgefallen, weil sie ein Cover von „Tears in Heaven“ im Stil der Jeff Berlin-Version gemacht hat. Sie tourt viel und ist auch eine großartige Solistin.

 

Julia Hofer
Studierte Bassistin aus Österreich. Sie steht live auf der Bühne, spielt auch im Theater und ist auf YouTube sehr bekannt. Außerdem nimmt sie für Thomann diese coolen Bass-Clips auf.

Fehlt dir eine Bassistin in der Liste?

Meine Liste ist sicher nicht vollständig. Wenn dir eine Bassistin fehlt, ergänze sie gerne unten in den Kommentaren. Falls du jetzt selbst Lust bekommen hast, in die Saiten zu greifen: Ich habe dir hier zusammengestellt, wie ich dich beim Einstieg unterstützen kann – egal, ob du direkt mit dem E-Bass loslegst oder dich die handliche Bass-Ukulele interessiert.

Dein Weg zum eigenen Groove

Die oben genannten Bassistinnen zeigen: Es kommt nicht auf die Körpergröße an, sondern auf die Technik und das Verständnis für das Instrument. Wenn du selbst starten möchtest – ob auf dem E-Bass oder der handlicheren Bass-Ukulele – unterstütze ich dich mit meinen praxiserprobten Lehrmaterialien:

Bass-Ukulele-Fibel

Dieses Buch schließt die Lücke zwischen bloßem Tabs-Ablesen und echtem Musikverständnis. Du lernst nicht nur, wo du greifst, sondern verstehst die Harmonielehre dahinter.

Inhalt: Technik, Skalen, Akkordbau und Vorbereitung auf die erste Session.

Bonus: Zugang zu Video-Tutorials und MP3-Playalongs.

Online-Kurs: Bass-Ukulele

In 30 Tagen zum Bassisten

Wenn du lieber visuell lernst, ist dieser Kurs dein Fahrplan. Wir trainieren deine Rhythmik und Artikulation, damit du Songs souverän begleiten kannst.

Fokus: Aktives Spielen von Rock, Pop, Blues und Bossa Nova.

Ziel: Sicherheit im Zusammenspiel mit anderen Musikern gewinnen.

Mehr Inspiration und Know-how im Bass-Blog

Wenn dich die Porträts dieser Bassistinnen motiviert haben, findest du hier die passenden Artikel für deinen eigenen Start am Instrument:

Das Musiker-Geschenk

Du spielst bereits in einer Band oder planst eigene Projekte? In diesem Ratgeber teile ich meine Erfahrung als Bandleader und Booker. Erfahre, wie du mehr Gigs bekommst, Gagen kalkulierst und deinen Band-Sound professionalisierst.

Und jetzt du: Welches Ziel hast du dir für den Bass gesetzt?

Schreib mir kurz, welchen Musikstil du am liebsten spielst oder wo du gerade noch feststeckst. Ich antworte dir auf jeden Fall und helfe dir gerne bei der Orientierung weiter!

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