E-Bass kaufen: 5 Tipps vom Profi für Anfänger (Update 2026)

E-Bass kaufen: 5 Profi-Tipps für deinen ersten Bass (Update 2026)

Du möchtest Bass spielen? Das ist eine großartige Entscheidung, denn der Bass ist ein extrem cooles Instrument! Damit dein Start gelingt, brauchst du ein Instrument, das nicht nur gut aussieht und gut klingt, sondern auch zu dir passt. Bevor du Geld investierst, klären wir die drei wichtigsten Fragen: Wo kauft man am besten? Welches Modell ist das richtige für dich? Und wie viel Budget solltest du wirklich einplanen? Ich gebe dir hier fünf wertvolle Tipps, damit dein erster E-Bass kein „Überraschungsei“, sondern dein treuer Groove-Begleiter wird.

Worauf solltest du beim Kauf deines ersten E-Basses achten?

E-Bass Beratung Fachgeschäft
Beratung in der Bassabteilung eines Musikgeschäfts

Welchen E-Bass soll man sich als Anfänger kaufen?

Du möchtest Bass spielen? Das ist großartig! Und natürlich braucht ein Bassist auch einen eigenen E-Bass. Du stellst dir vermutlich mindestens drei Fragen:

  • Wo kauft man einen Bass?
  • Welches Modell und welche Marke sollte man wählen?
  • Welche Summe sollte man investieren?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es drei Typen von Bass-Anfängern gibt:

  • Ohne eigenes Geld: Kinder und Jugendliche ohne Einkommen.
  • Mit wenig Geld: Studenten und Auszubildende mit geringem finanziellem Spielraum (oder Erwachsene in einer ähnlichen Situation).
  • Mit Geld: Erwachsene mit festem Einkommen.

Solltest du ein Student mit viel Geld sein, dann lass dich bitte trotzdem auf dieses Gedankenspiel ein, das zugegeben nicht ganz frei von Vorurteilen ist.

Warum der Bass kein Tischtennisschläger ist

Wenn man sich für ein Hobby wie Tischtennis entscheidet, lässt sich das mit vergleichbar geringen Kosten starten: Ein Schläger und Sportkleidung reichen aus. Entpuppt sich das Spielen als zu langweilig und der Schläger verschwindet in einer Schublade, hat man verhältnismäßig wenig Geld versenkt. 

 

Bei der Anschaffung eines Instruments sieht das anders aus. Hier sind die Kosten wesentlich höher. Ich zeige dir jetzt verschiedene Möglichkeiten, wie du zeitnah stolzer Besitzer deines ersten eigenen Basses werden kannst.

Wo kann man einen Bass kaufen?

Kauf im Musikgeschäft

Mit Musikgeschäften vor Ort gibt es oft zwei Herausforderungen: Zum einen gibt es sie nicht mehr überall, zum anderen haben nicht alle Läden eine große Auswahl an unterschiedlichen Instrumenten.

 

Die begrenzte Auswahl hat strukturelle Gründe: Musikinstrumente kommen häufig über Vertriebe in den Einzelhandel, und nicht jeder Händler arbeitet mit jedem Vertrieb zusammen. So findest du in kleineren Geschäften oft nur eine Auswahl weniger Hersteller. Dennoch bleibt der Fachhandel die beste Adresse, um Instrumente direkt in die Hand zu nehmen. Was die Beratung angeht, muss man ehrlicherweise sagen, dass nicht jeder Verkäufer in einem Musikgeschäft tatsächlich Experte für E-Bässe ist. Zudem versucht jedes Geschäft natürlich, primär aus seinem vorrätigen Bestand zu verkaufen.

Bass kaufen im Online Store:

Eine sehr große Auswahl an Instrumenten bieten die „Online-Stores“. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die telefonische Beratung meist sehr gut ist. Zudem kannst du Artikel bei Nichtgefallen problemlos innerhalb der Frist zurückschicken. Der Nachteil ist natürlich, dass du keine Möglichkeit hast, verschiedene Instrumente direkt miteinander zu vergleichen, indem du sie in die Hand nimmst.

 

Bekannte Online-Music-Stores in Deutschland sind:

Günstige Anfänger-Bundles auf großen Marktplätzen

Neben den Fachgeschäften, die ich dir oben verlinkt habe, gibt es natürlich die Möglichkeit, Instrumente über große Plattformen wie Amazon oder eBay zu kaufen. Dort finden sich oft preiswerte „Anfänger-Bundles“, die neben dem E-Bass auch einen Verstärker (Amp), ein Kabel und ein Stimmgerät enthalten. Da diese Plattformen über einen etablierten Kundenschutz verfügen, ist das Risiko beim Kauf überschaubar. In der Regel werden diese Sets dort von verschiedenen Händlern angeboten.

 

Hinzugekommen sind in letzter Zeit Plattformen, die direkt aus Fernost liefern. Hier muss man ehrlich sagen: Man kann sicherlich Glück haben und ein brauchbares Instrument finden – aber es bleibt tatsächlich eine Glückssache. Während man bei den großen, bekannten Marktplätzen auf einen gewissen Standard vertrauen kann, ist die Qualität bei reinen Fernost-Direktimporten oft schwer einzuschätzen. Für den Start in ein neues Hobby ist ein „Glücksgriff“ eine riskante Basis.

Gebrauchten Bass über Kleinanzeigen und Aushänge kaufen

Eine weitere Möglichkeit ist der Gebrauchtmarkt über Portale wie bassic, backstagepro oder Kleinanzeigen-Plattformen. Vergiss aber auch die klassischen Wege nicht: An den „Schwarzen Brettern“ in Musikgeschäften, Supermärkten oder Musikschulen finden sich oft ehrliche Angebote von Schülern oder Eltern, die ein Instrument nach Aufgabe des Hobbys in der Nachbarschaft verkaufen.

 

Egal ob online oder per Aushang: Du solltest dir unbedingt die Mühe machen, den Verkäufer persönlich aufzusuchen, um das Instrument in Augenschein zu nehmen. Lass dir dabei nach Möglichkeit die Originalrechnung zeigen. Das dient nicht nur dem Schutz vor Diebstahlware, sondern verrät dir das exakte Alter und den damaligen Neupreis. Falls diese Angaben fehlen, kannst du den aktuellen Marktwert bei gängigen Modellen meist schnell selbst online recherchieren. Den Markennamen und die Modellbezeichnung findest du in der Regel auf der Kopfplatte des Basses.

 

Ein wichtiger Vorteil des Besuchs vor Ort ist, dass du einschätzen kannst, wie das Instrument gelagert wurde. Wenn ein günstiger Bass über Jahre in einem feuchten Keller oder ungeheizten Übungsraum stand, solltest du die Finger davon lassen. Gerade Feuchtigkeit kann einem Instrument zusetzen und die Elektronik dauerhaft schädigen. Bei günstigen Anfängerbässen lohnt sich eine Reparatur in der Regel nicht.

Welcher Bass Passt zu Dir?

Für welches Modell von welchem Hersteller solltest du dich entscheiden? In Fachzeitschriften, Blogs oder YouTube-Videos kannst du dir Informationen und Rezensionen zu fast jedem Instrument einholen. Aber bringt dich das als Anfänger wirklich weiter? Kannst du ohne Wissen und eigene Erfahrung beurteilen, ob ein Instrument gut verarbeitet, technisch in Ordnung ist und auch noch anatomisch zu dir passt? Ich glaube nicht.

 

Ich empfehle dir daher: Verschaffe dir erst einmal einen Überblick. Gib bei Google „Bass Player“ ein und geh auf die Bildersuche. Lass dich inspirieren! Wenn dir ein Modell gefällt, speichere das Bild auf deinem Computer oder Telefon. Vielleicht gefällt dir auch ein berühmter Bassist besonders gut und du möchtest genau den Bass haben, den er spielt – oder zumindest ein Modell, das so aussieht.

 

Mein Rat: Sei ruhig oberflächlich! Der Bass, für den du dich entscheidest, muss dir gefallen. Dabei zählt nicht nur der Klang, sondern vor allem auch die Optik. Wenn dir dein Instrument gefällt, wirst du es viel lieber und öfter in die Hand nehmen.

Wie teuer ist ein Bass?

Welche Summe solltest du für einen Bass investieren? Von verschiedenen Herstellern werden sogenannte „Bundles“ angeboten. Hier hast du die Möglichkeit, gebündelt einen E-Bass mit Tasche, einen Verstärker, ein Kabel, einen Gurt und ein Stimmgerät zu kaufen. Diese Sets liegen preislich meist zwischen 150 und 300 Euro.

 

Neue Bassgitarren, die auch den Anforderungen eines Profis genügen würden, um Proben und Auftritte mit einer Band zu spielen, gibt es im Preissegment ab ca. 500 bis 1.200 Euro. Nach oben sind preislich natürlich keine Grenzen gesetzt. Auf dem Gebrauchtmarkt werden hochwertige Instrumente oft schon ab der Hälfte des ursprünglichen Neupreises angeboten.

Konkrete Tipps für deinen Basskauf

Support your local Dealer

 

Jetzt kaufen wir deinen ersten Bass! Auf geht’s!

 

Wohnst du in einer Gegend mit einem gut sortierten Musikgeschäft? Dann geh einfach mal hin. Zeige dem Verkäufer Bilder von Bässen, die dir optisch gefallen, und lass dir zeigen, was er dir als passendes Modell vorschlägt.

 

Du solltest jedoch nicht sofort kaufen. Lass dir das Angebot aufschreiben, schlaf eine Nacht darüber und recherchiere selbst noch einmal im Internet. So kannst du in Ruhe vergleichen, ob man dir ein faires Angebot gemacht hat. Wenn du dich in einen Bass verliebt hast und ihn kaufen möchtest, bitte jemanden um Begleitung, der fachkundig ist – zum Beispiel einen befreundeten Musiker oder deinen Basslehrer. Ich habe meine Schüler schon häufig direkt ins Musikgeschäft begleitet, um sie vor Ort zu unterstützen. Die meisten Verkäufer sind absolut in Ordnung, aber man muss ehrlich sein: Nicht jeder Mitarbeiter in einem Musikgeschäft ist auch automatisch ein Experte für E-Bässe. Manch einer ist mehr Geschäftsmann als neutraler Berater und möchte schlicht seine vorrätige Ware verkaufen.

Der Bass-Kauf als Städtetrip

In einigen Großstädten gibt es trotz vieler Schließungen noch gut sortierte Musikfachgeschäfte – manchmal sogar mit einer eigenen Bass-Abteilung. Diese Läden haben meist auch aktuelle Homepages mit angebundenen Online-Shops. Ein weiterer Vorteil ist, dass in diesen großen Geschäften oftmals sehr gute Bassisten als Verkäufer arbeiten.

 

Wenn du weiter weg von der nächsten Großstadt lebst, könntest du deinen Bass-Kauf mit einem Städte-Trip verbinden. Mein Tipp: Wenn dich ein Musikgeschäft besonders interessiert, dann ruf dort vorher an und vereinbare einen konkreten Termin. So kannst du sicherstellen, dass dir im Idealfall ein erfahrener Bassist bei deiner Beratung zur Seite steht.

Gebrauchten Bass auf Kleinanzeigen & Co. kaufen?

Wenn du einen gebrauchten Bass im Internet entdeckt hast, der dir gefällt, rate ich dir – gerade bei höherwertigen Instrumenten – zu folgendem Vorgehen:

  • Regionale Angebote: Ziehe nur Angebote in Betracht, bei denen der Verkäufer in deiner Nähe wohnt.
  • Kein Versand, kein Vorab-Geld: Lass dich auf keinen Versand ein und überweise niemals Geld vorab!
  • Begleitung: Fahre nie alleine zu einem solchen Treffen, sondern nimm jemanden mit, der sich mit Bässen auskennt.
  • Kaufbeleg und Vertrag: Lass dir vom Verkäufer den Kaufbeleg zeigen, sofern dieser noch vorhanden ist, und bestehe auf einem einfachen Kaufvertrag. Mir geht es hierbei weniger um eine Sachmängelhaftung als vielmehr um den Schutz vor Diebstahlware.
  • Social-Check: Um zusätzliche Sicherheit zu gewinnen, kannst du auf den Instagram- oder Facebook-Profilen des Verkäufers nachsehen, ob es Bilder gibt, die den Verkäufer mit dem Instrument zeigen (zum Beispiel bei Konzerten).

Fazit: Worauf es beim Bass-Kauf wirklich ankommt

Egal wo und von wem du ein Instrument kaufen möchtest: Lass dir den Bass angeschlossen vorführen, damit du sicher sein kannst, dass alles funktioniert und nichts knistert. Aus diesem Grund habe ich „Musiker-Flohmärkte“ und normale Flohmärkte hier nicht mit aufgenommen.

Ein E-Bass ist ein elektrisches Instrument. Wenn er über Jahre in einem feuchten Keller oder Übungsraum stand, dann kann er Schaden genommen haben und ist für einen Anfänger uninteressant.

Einen Bass solltest du immer auch mit Gurt im Stehen probieren! Dass er sich gut anfühlt, nicht drückt und stabil am Körper liegt, ist wichtig. Spare deshalb auf keinen Fall am Gurt für deinen Bass.

Bundles vs. Einzelkauf

Ich rate dir davon ab, einen Bass oder ein ganzes „Bundle“ über einen Online-Versandhandel zu bestellen, der keinem Musikfachgeschäft angeschlossen ist. Das könnte ein verhältnismäßig teures „Überraschungsei“ werden. So ein Set über ein Musikfachgeschäft oder einen Musik-Online-Store kann man sich kaufen oder bestellen – das, was da kommt, ist okay.

 

Dagegen spricht für mich jedoch, dass man diese Geräte nur schwer wieder verkaufen kann. Kaufmännisch betrachtet macht es mehr Sinn, in ein etwas höherwertiges Produkt zu investieren, weil man hier eine reellere Chance hat, zumindest einen Teil des Geldes bei einem Wiederverkauf zurückzuerhalten. So gesehen sind diese „Bundles“ eine wenig attraktive Interimslösung. Für um die 600 Euro bekommst du bereits klasse Bassgitarren von namhaften Herstellern in Musikgeschäften. Bei Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen kann man gebraucht ebenfalls wirklich gute Angebote finden und für 600 Euro bereits einen sehr gepflegten und hochwertigen Bass ergattern.

Welcher Bass passt anatomisch zu dir?

Die Wahl des Basses ist natürlich eine „Style-Frage“. Aber nicht nur! Wichtig ist, dass dein Bass auch körperlich und anatomisch zu dir passt:

  • Short Scale: Wenn du kleiner und zierlicher bist, probiere auch einen „Short Scale Bass“.
  • Schmaler Hals: Einen Bass mit schmalerem Hals empfehle ich dir, wenn deine Hände kleiner oder deine Finger kürzer sind.
  • Gewicht: Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Rückenbeschwerden empfehle ich leichtere Bässe. Auch für Menschen mit Bandscheibenproblemen gibt es spezielle, sehr leichte E-Bässe.

Ökologisch unbedenkliche E- Bässe

In diesem Blog bin ich bewusst nicht tief auf Aspekte der Nachhaltigkeit eingegangen, da dies den Rahmen gesprengt hätte. Dennoch wird es für viele Musiker immer wichtiger, ökologisch unbedenkliche Instrumente zu kaufen.

 

In Deutschland haben wir einige sehr gute Unternehmen, die E-Bässe herstellen. Scheue dich nicht, diese direkt zu fragen, woher sie ihr Holz beziehen. Wenn du dich für einen „Billig-Bass“ aus Fernost entscheidest, wird dort vermutlich kein geschütztes Tropenholz verarbeitet, aber es darf bezweifelt werden, dass das Material aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Auch Lacke und Farben sind hier ein wichtiges Thema.

 

Mein Tipp: Wenn du dich für einen gebrauchten Bass entscheidest, tust du der Umwelt am meisten Gutes, da kein neues Material verbraucht wird – dem Handel und den Herstellern natürlich weniger ;-)

 

Viele Grüße

Detlev Gebers

Und wie geht es nach dem Bass-Kauf weiter?

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Instrument!

Damit aus dem Kauf direkt Musik wird, habe ich hier die passenden nächsten Schritte für dich vorbereitet:

Dein direkter Einstieg in die Praxis:

  • Wie liest man Bass-Tabs? Der schnelle Leitfaden für Anfänger: Lerne, wie du Basslinien ohne Notenkenntnisse sofort mitspielst.
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Meine Bücher & Online-Kurse für deinen Erfolg:

Weitere spannende Themen im Bass-Blog:

  • E-Bass vs. E-Gitarre: Warum der Bass so cool ist! Ich erkläre dir die Unterschiede in Sound, Spielweise und Handling – von der Rolle in der Band bis zu 10 ikonischen Songs. Meine ehrliche Entscheidungshilfe für deinen Einstieg.
  • Warum spielen eigentlich so wenige Frauen E-Bass? Mark King, Flea oder Marcus Miller dominieren oft die Szene. Woran liegt das? Ich gehe dieser Frage nach und stelle dir 16 großartige Bassistinnen vor – von Carol Kaye bis Kinga Głyk.
  • Bass-Ukulele kaufen: Tipps für die richtige Wahl: Obwohl viele die Bass-Ukulele als Gimmick betrachten, ist sie ein ernstzunehmendes Instrument. Ich zeige dir, worauf du beim Kauf achten musst, damit du ein Modell findest, das sowohl Anfängern als auch Profis echte kreative Möglichkeiten bietet.

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Detlev Gebers

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Kommentare: 1
  • #1

    Mr. Bass (Mittwoch, 12 August 2020 22:23)

    Alles drin!